Die Jungbrunnen Lycopin und Resveratrol

  Lycopin: Die Tomate, bei uns besser als Paradeiser bekannt, wird im täglichen Essen, vor allem als Salat, Sauce im Sugo, in der Suppe oder im Saft angeboten. Es gibt insgesamt über 3.000 Tomatenarten, die ohne nähere Deklaration im Handel bzw. direkt vom Erzeuger bzw. Biobauer angeboten werden.
Die Tomate wuchs als wildes Kraut in Süd- und Mittelamerika, wo schon Inka und Azteken sie kultivierten. Columbus brachte diese Pflanze von seiner 2. Amerikareise mit nach Europa, wo sie zunächst nur als Zierpflanze gehalten wurde. Sie galt als giftig und stand in Verdacht, den Liebeswahn hervorzurufen. Aber diese Unterstellungen konnten den Siegeszug des sog. Liebesapfels letztlich nicht aufhalten, auch wenn sie den Durchbruch im deutschsprachigen Raum erst zur Zeit des I. Weltkrieges schaffte. Inzwischen ist die Tomate das meist gegessene Gemüse in Österreich – pro Jahr werden knapp 19 kg/Kopf verzerrt. Neben den wichtigen Vitaminen A, B C und E, Niacin und Kalium enthalten Tomaten vor allem Lycopin – ein Carotinoid, dem eine starke antioxidative und damit abwehrstärkende Wirkung zugeschrieben wird. Reife Tomaten und eingelegte Tomaten sowie tiefgefrorenes Tomatenmark, im reifen Zustand geerntet und sofort frisch verarbeitet, enthalten am meisten von dem gesunden Inhaltsstoff Lycopin.
Lycopin ist für die rote Farbe von Tomaten, aber auch Melonen verantwortlich. Auch im aus Indonesien stammenden Ketchup finden wir viel Lycopin, allerdings auch andere Stoffe, wie relativ viel Salz.
Neuere Untersuchungen haben gezeigt, dass eine Ernährung, die lycopinreich ist, die Abwehr des Körpers stärkt und die oxidativen Prozesse an der Zelle reduziert. Lycopin gehört daher zu den stärksten Antioxidantien und kann mit Recht als ein sog. Antiaging-Gemüse bezeichnet werden.

  Resveratrol: In den letzten Jahren sind über 60 epidemiologische Studien erschienen, die belegen, dass ein moderater Alkohol- bzw. Weinkonsum die Erkrankungshäufigkeit im Herz-Kreislauf-Bereich günstig beeinflussen. Allerdings ist dabei zu sagen, dass weitere Risikofaktoren, wie Rauchen, Fettleibigkeit und fettes Essen (tierisches Fett) sowie Diabetes mell. diesen Effekt größtenteils wieder aufheben. Als French paradox wird die Korrelation zwischen Herzsterblichkeit und Aufnahme tierischen Fettes in verschiedenen Ländern bezeichnet. Dabei ist es auffallend, dass Frankreich und die Schweiz bei relativ hohem Fettkonsum (pflanzliche Öle, Olivenöl) eine niedrigere Rate an Herzerkrankungen und Herzsterblichkeit zeigt. Der Grund dafür scheint doch ein moderates Trinken, vor allem von Rotwein zu sein, sodass ein mäßiger Alkoholkonsum von 5 bis 20 g Alkohol/Tag vorteilhaft sein dürfte. Allerdings sind damit nicht Menschen gemeint, die bereits leberkrank sind oder zum Alkoholismus neigen.
Vor allem Untersuchungen an den Blutplättchen (Thrombozyten) des Körpers zeigen, dass Rotweinphenole, wie Resveratrol oder Quercetin (bei Rotwein im Eichenfass gelagert) diese Verklumpung der Blutplättchen hemmen können. Polyphenole haben dazu aber auch einen starken antioxidativen Effekt, sodass die Gefäßinnenschicht (Endothel) davon profitiert und Resveratrol letztlich auch antiarteriosklerotisch wirkt. Wahrscheinlich hat dieser Stoff auch einen Schutz auf unsere Immunzellen bzw. unsere Erbsubstanz. Noch sind nicht alle Regelkreise und Wirkungen von Resveratrol untersucht, doch scheint dieser Pflanzenstoff, der vor allem in der Haut der Rotweintraube vorliegt, ein Schutzschild für unseren Körper zu sein. Zu erwähnen ist aber auch, dass Resveratrol nicht nur im Rotwein und Weißwein (geringer), sondern auch in anderen Obst- und Gemüsesäften, die Polyphenole enthalten, vorkommt. So ist auch ein frisch gepresster Traubensaft resveratrolhaltig. Alternativ besteht natürlich die Möglichkeit, auch Resveratrol in Kapselform einzunehmen. Diesbezüglich bietet die Industrie bereits einige Möglichkeiten an, die in Apotheken nach vorheriger ärztlicher Beratung zu kaufen sind.